Das Solebad in Werne ist seit 150 Jahren Teil der Stadtgeschichte und Badekultur. Wo bereits die Großeltern schwimmen lernten, treffen sich heute deren Enkel und genießen die moderne Badelandschaft. Was gleichgeblieben ist: die besondere Wirkung der 6%igen Sole.
Als die Bohrgesellschaft „Freiher-vom-Stein“ am 3. Januar 1875 in Werne nach Mineralien bohrte, sprudelte erstmals warmes Solewasser an die Oberfläche.
Neugierige Bürger erkannten die wohltuende Wirkung und eröffneten noch im selben Jahr ein kleines Thermalbad mit acht hölzernen Badezellen. Schon bald bescheinigte der Arzt Dr. Franz Hövener der 6%igen Natursole eine hervorragende gesundheitliche Wirkung – und machte Werne über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.


Die Geschichte des Solebads ist geprägt von Höhen und Tiefen. Nachdem die Quelle 1905 versiegte, musste das Thermalbad schließen.
Doch die Badekultur blieb: zuerst im Fluss, dann im Freibad, später mit dem Sole-Hallenbad, das 1975 eröffnet wurde. 2015 schloss das alte Solebad endgültig seine Türen – und machte Platz für einen Neubau.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 17 Millionen Euro entstand bis 2019 das größte und modernste Solebad der Region. Helle Architektur, moderne Technik und barrierefreie Gestaltung schaffen seither ein einzigartiges Badeerlebnis.
Im Mittelpunkt steht die traditionell 6 %ige Sole, die das Bad zu einem einzigartigen Wohlfühlort für alle Generationen macht.


Die Werner Badekultur lebt nicht nur vom Solewasser, sondern auch von den Menschen vor Ort.
Die Geschichten der Bademeister Günter Wagner, Gerd Wedemeyer und Klaus Wortmann zeigen: Das Solebad war schon immer ein Ort der Begegnung – voller Erinnerungen, Anekdoten und Gemeinschaft.
Denn die drei halfen nicht nur in der Not, sie gaben auch Schwimmunterricht und retteten verlorene Eheringe aus dem Wasser.
Von der Entdeckung der Solequelle bis zur Eröffnung des neuen Bades: Lesen Sie hier die Geschichte der Badetradition in Werne.
Die Bohrgesellschaft "Freiherr-vom-Stein" beginnt auf Werner Gebiet mit Bohrungen nach Kohle und anderen Mineralien.
Aus einem Bohrloch an der Landstraße nach Münster (B 54) tritt am 3. Januar 1874 warmes Solewasser von 28 Grad mit starkem natürlichen Druck zutage. Neugierige Bürger entdecken die guten Eigenschaften des Quellwassers und überreden einen Stellmacher, eine primitive Badeeinrichtung in seinem Haus zu errichten, die bald starken Andrang zu verzeichnen hat. Der Arzt Dr. Franz Hövener bescheinigt eine hervorragende gesundheitliche Auswirkung.
Am 9. Juli 1874 eröffnet das Thermalbad Werne an der Lippe - es ist ein bedeutendes Ereignis für das kleine Städtchen Werne mit seinen 2000 Einwohnern. In wenigen Wochen wird ein zunächst kleines einfaches Badehaus mit acht geräumigen Badezellen und Badewannen aus Holz errichtet. Mit wachsender Nachfrage Erweiterung auf zuletzt 22 Badezellen.
Nach beständigem Aufschwung Gründung der Aktiengesellschaft Thermalbad Werne, dadurch professioneller Bade- und Kurbetrieb, Errichtung eines Kurhauses mit großzügigen Parkanlagen.
Beginn von Schachtabteufungen südlich des Stadtkerns.
Im Mai versiegt die Solequelle endgültig und fließt im Untertagebetrieb der Zeche Werne ab. Das Thermalbad Werne, von dem Handel und Gewerbe profitiert haben, muss eingestellt werden. Bis 1926 gibt es Badegelegenheiten und schwimmsportliche Aktivitäten des TV Werne sowie anderer Vereine nur in der Lippe und in deren Seitenkanal.
Eröffnung des ersten bescheidenen Freibades mit einem kombinierten Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken.
Das Solewasser wird aus der Zeche Werne hochgepumpt und über eine besondere Leitung dem Freibad zugeführt. Seitdem: Warmquellen-Sole-Freibad.
Umbau des alten Beckens zu einem reinen Schwimmbecken sowie Anlage eines besonderen Nichtschwimmerbeckens und eines Planschbeckens für kleinere Kinder. Ferner Verbesserung der Außenanlagen sowie Erweiterung der Liege- und Spielwiesen.
Errichtung eines großzügigen Eingangsbauwerkes mit neuen Umkleiden, Sanitärräumen, Terrassen sowie Restauration.
Erweiterung um ein zweites größeres Schwimmbecken, ferner Errichtung von Sprunganlagen.
Eröffnung des Freibades Stockum, kombiniertes Becken Schwimmer/Nichtschwimmer, Kinderbecken, Sprunganlagen, Wärmehalle und große Liegewiesen.
Am 1. Mai eröffnet das Sole-Hallenbad mit folgenden Einrichtungen: Schwimmhalle, Sole-Außenbecken, Kinderbecken, Restaurant mit Terrasse, Sauna, Massagen, Solarien.
Die Ruhrkohle AG stellt die Belieferung der Sole aus der nahegelegenen Schachtanlage ein. Seither wird die Sole aus Niedersachsen in großen Tankwagen nach Werne geliefert.
Im April endet der öffentliche Badebetrieb des alten Solebades. Eine Abrissfirma beginnt 2016 mit den Rückbauarbeiten.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 17 Millionen Euro entsteht das neue Solebad Werne.
Am 14. April eröffnet das größte und modernste Solebad der Region.






